Communität Casteller Ring

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„Wenn wir das Leben teilen wie das täglich Brot ...“

Wir sind eine evangelische Ordensgemeinschaft von Frauen und leben nach der Regel des Hl. Benedikt.

Der Name „Casteller Ring“ bezieht sich auf unseren Gründungsort Castell, ein Dorf, ca. 10 km entfernt vom Schwanberg. Die geistlichen Wurzeln unserer Communität reichen zurück bis zur liturgischen Erneuerungsbewegung in den zwanziger und dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts und den Bund Christlicher Pfadfinderinnen.

Wie andere Communitäten in den reformierten Kirchen ist auch unsere nach dem 2. Weltkrieg entstanden, im Jahr 1950. Dabei spielten Kontakte zur nahegelegnen Benediktinerabtei Münsterschwarzach eine große Rolle. Unsere ersten Schwestern waren tief beeindruckt vom Gebet und dem klösterlichen Leben der Mönche und hatten die Vision, dass benediktinisches Ordensleben auch in der Evang.-Luth. Kirche möglich sein müsste. Damals war dieser Gedanke ganz neu. Trotzdem wagten Christel Schmid und Maria Pfister das gemeinsame monastische Leben, zunächst im Verborgenen. So gründeten sie unsere Communität. Bald kamen weitere Schwestern, und das Haus in Castell wurde zu klein. Wir gingen auf den Schwanberg, unser jetziges Zuhause.

Z.Zt. (2016) sind wir 31 Schwestern: 1 Novizin, 1 Schwester mit Zeitlicher Bindung, 29 Professen. Wir leben nach den Evangelischen Räten: Ehelosigkeit, Gütergemeinschaft, mündiger Gehorsam. So hoffen wir, tiefer in die Beziehung zu Jesus Christus hineinzuwachsen. Wir binden uns auf Lebenszeit und gewinnen so innere Freiheit. Unsre Priorin wird vom Schwesternrat für eine begrenzte Amtszeit gewählt. Der Schwesternrat besteht aus den Professen, er ist das Gremium, das alle wichtigen Entscheidungen zusammen mit der Priorin trifft. Der Weg in die Commuität umfasst ca. 5 Jahre. In dieser Zeit lernen die Frauen das communitäre Leben kennen. Es ist eine Zeit der gegenseitigen Prüfung, ob die Bewerberin eine monastische Berufung zum Leben in unserer Gemeinschaft hat. Sie ist zuerst Postulantin, dann Novizin und kann nach ca. 2 Jahren die Zeitliche Profess ablegen. Wir haben eine zunehmende Zahl von Oblatinnen und Oblaten: das sind Frauen und Männer, die in ihrem eigenen Umfeld leben in Verbindung zur Communität. Sie bemühen sich, Impulse aus der Regula Benedikts umzusetzen in ihr Alltagsleben.

Der Schwanberg ist eine Anhöhe von 472 m, ein Ausläufer des Steigerwalds mit herrlichen Weinbergen an den Hängen. Schon von den Kelten war er besiedelt. Das ehemalige Schloss geht in seinen Grundmauern auf das Mittelalter zurück. Ein hübscher Puttengarten und ein Park gehören dazu. Aus dem ehemaligen Schloss haben wir eine moderne Tagungsstätte gemacht und im Lauf der Zeit weitere Häuser dazugebaut, auch ein Ordenshaus, und 1987 eine eigene Kirche, die dem Erzengel Michael geweiht ist. Die Kirche ist der Mittelpunkt aller Häuser auf dem Schwanberg und macht sichtbar, dass wir nach dem benediktinischen Motto „ora et labora“ (bete und arbeite) leben. Das Gebet kommt an erster Stelle, die Arbeit ist die Kehrseite der Münze. Viermal am Tag versammeln wir uns zum Stundengebet in der Kirche (Laudes, Mittagsgebet, Vesper, Komplet). Wir feiern dreimal in der Woche das Hl. Abendmahl. Gäste und Besucher sind herzlich willkommen.

Drei Häuser beherbergen Gäste (im Schloss wohnen Teilnehmer/innen von Kursen und auch Urlaubsgäste, das Haus St. Michael ist ein stilles Haus für Exerzitien, Einkehrtage und Meditationskurse, der Jugendhof eignet sich für Schulklassen, Kinder, Jugendliche, Familien, Behinderte. Im Haus Respiratio wohnen kirchliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen für eine mehrwöchige Erholungszeit. Sie haben Therapie und geistliche Begleitung.) Die Gästehäuser gehören zum Geistlichen Zentrum, unserem Werk. Es gibt auch ein Café für die vielen Ausflügler, Radfahrer, Busgruppen, die auf den Schwanberg kommen.

Wir Schwestern und auch unsere Schwanbergpfarrer (Pfarrer Harald Vogt und seine Frau Pfarrerin Dr. Thea Vogt) bieten Kurse und Fortbildungen an zu liturgischem Singen, Psalmen, Bibelstudium, Festen im Kirchenjahr, Meditation, Trauerarbeit, Retraiten, Jugendprogramme. Es kommen auch Gruppe mit ihren eigenen Referenten. Unsere Schwanbergpfarrer und mehrere Schwestern bieten Geistliche Begleitung, Musiktherapie wird von einer Musiktherapeutin angeboten. Junge Menschen können bei uns ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) ableisten. Sie unterstützen uns und unsere Angestellten in der Arbeit.

2007 wurde der erste Friedwald in kirchlicher Trägerschaft auf dem Schwanberg eröffnet. Das ist eine Bestattungsform, bei der die Asche in einer kompostierbaren Urne unter einem Baum beigesetzt wird, eine inzwischen sehr beliebte Form der Beisetzung. Drei unserer Schwestern engagieren sich in dieser Arbeit. Wir beten für die Verstorbenen und bieten Trauerbegleitung an.

Wir wollen die Zeichen der Zeit verstehen und wollen an der einen Kirche Jesu Christi in der heutigen Welt bauen. Wir wollen frei sein für Gott und das Kommen Seines Reiches.

 

Communität Casteller Ring Schwanberg 4, 97348 Rödelsee, www.schwanberg.de , mail: ccr@schwanberg.de