Umgebung und Freizeitaktivitäten

Der Schwanberg ist ein markanter und sagenreicher Berg des Steigerwaldes. Fast losgelöst von diesem Mittelgebirge ragt er nach Westen weit in die Mainebene hinein. Wie ein natürlicher Beobachtungspunkt, wie eine schutzverheißende Festung wirkt er und zieht schon seit grauer Vorzeit die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich.

Bereits in frühester Zeit war der Schwanberg besiedelt. Um 100.000 v. Chr. sind es noch streifende Jäger der Neandertaler gewesen. Doch schon in der Mittelsteinzeit ca. 7000 v. Chr. hat eine ständige Siedlung bestanden. Um 500 v. Chr. sind die beiden Wall-Anlagen entstanden, die die flachabfallende Seite des Schwanbergs vor Angreifern schützen sollten. Die vordringenden Kelten haben sie ergänzt mit einer Trockenmauer und so das Plateau zu einem keltischen Oppidum ausgebaut.

Diese "Stadt" nutzten auch die nachrückenden Germanen, bis sie schließlich von den Franken im 6. Jahrhundert verdrängt wurden. Mit den Franken dringt auch der christliche Glaube vor. Durch das Wirken des Hl. Bonifatius und anderer irischer Mönche wurden Kirchen zu Ehren des streitbaren Erzengels Michael auf alte Kultstätten des ebenfalls streitbaren Wotan gesetzt, was den Glauben den ebenfalls streitbaren Germanen näher brachte. Um 745 wurde das Kloster Kitzingen vom Schwanberg aus gegründet, der Sage nach durch Hadeloga, einer Schwester Pippins des Kurzen.

Die Bistümer Würzburg und Bamberg bestimmten in der Folge die Besitzverhältnisse des Schwanbergs. So stammt die älteste bekannte urkundliche Erwähnung des Schwanbergs vom 18. Januar 1230. Die Ursache war ein Grenzstreit zwischen "Kastel Yppehofen et Swaneberk". In dieser Zeit ist auch das Schloss umgebaut worden, 1248 - 1268, das als Sitz von Vögten diente. Von 1438-1605 übernahmen die Herrn von Wenkheim diesen Dienst. Danach gingen Burg und Grundbesitz an Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn in Würzburg.

Das Schloss wurde zweimal niedergebrannt. Zuerst im Bauernkrieg 1525 - der Wiederaufbau war 1573 abgeschlossen, wovon die Jahreszahl im Kamingewölbe erzählt. Zerstört wurde es auch im Dreißigjährigen Krieg 1633. Der Wiederaufbau zog sich 100 Jahre hin.

Nach der Säkularisation 1803 hatte das Schloss wechselnde Besitzer. 1897 erwarb Jean Dern das Anwesen und gilt als der Wiederhersteller des Schwanbergs. Er machte den Berg zu einem beliebten Ausflugsziel und zu einem Treffpunkt fränkischer Dichter. 1911 ging der Besitz an Alexander Graf zu Castell-Rüdenhausen. Er legte den Park nach den Ideen des Jugendstils an - ein Zeugnis der Gartenbaukunst um 1920.

Den Zweiten Weltkrieg überstand das Schloss äußerlich unbeschadet.

Der im Jahre 2004 verstorbene Eigentümer, Radulf Graf zu Castell-Rüdenhausen, hat 1957 dem Pfadfinderinnendienst Schloss Schwanberg verpachtet.

Im Rahmen des Geistlichen Zentrums Schwanberg befindet sich heute eine Tagungsstätte in den alten Mauern.

Die frühe Geschichte lässt sich nachvollziehen im Vorgeschichtsmuseum im Grabfeldgau
Bad Königshofen, Tel. 09761 / 40934.

Der Schwanberg wurde Teil des Keltenwanderweges von Meiningen nach Bad Windsheim.

Tourist Information Steigerwald
Tel. 09162 / 124-24