Es scheint, dass Klöster eine rein katholische Sache sind.

Dieser Schein trügt: auch im evangelischen Raum gibt es zahlreiche Klostergemeinschaften.

Viele davon sind in den 50er Jahren im Zusammenhang mit der liturgischen Erneuerungsbewegung in der evangelischen Kirche entstanden.

Im Gegensatz zu unseren katholischen Geschwistern, die oft auf eine jahrhundertelange Geschichte ihres Ordens zurück blicken können, sind wir also recht "jung".

Es ist sehr bereichernd, dass wir von unseren katholischen Geschwistern lernen können und in lebhaftem und anregenden Austausch mit ihnen stehen.

In der Konferenz Evangelischer Kommunitäten sind wir mit den evangelischen Gemeinschaften im deutschsprachigen Raum verbunden.

Manchmal wird die Frage nach Martin Luther und seiner Einschätzung des Ordenslebens gestellt.
Luther war Mönch von 1505 bis 1524. Diese 19 Jahre seines Lebens haben ihn für sein Leben geprägt, auch wenn er später einen anderen Weg gegangen ist und geheiratet hat. Die Form der klösterlichen Nachfolge hat ihm die Erkenntnis im Glauben ermöglicht, auch wenn er sich später davon distanziert hat. Das Klosterleben war der sichere Rahmen für geistliche Übung und Lebensgestaltung mit dem dreieinen Gott der Bibel. Sicher war es die Zeit für einen Neuaufbruch, ein wichtiger Ausgangspunkt war das klösterlich-spirituelle Leben.