Communität

Die Communität Casteller Ring ging aus dem Bund Christlicher Pfadfinderinnen hervor. Schon in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts waren diese jungen Pfadfinderinnen von der liturgischen Erneuerungsbewegung fasziniert. Sie suchten danach, geistliches und gemeinsames Leben zu gestalten. Dies musste vor 1945 in größter Heimlichkeit geschehen, denn jeder Zusammenschluss außerhalb der Nationalsozialistischen Staatsjugend wurde vom Hitlerregime verfolgt.

Doch der Glaube an Jesus Christus ließ sich auch in den dunkelsten Jahren deutscher Geschichte nicht unterdrücken.

Herr, nimm mich auf, wie Du versprochen hast, und ich werde das Leben haben.

 

Dem Herrn über Leben und Tod hat es gefallen, seine Dienerin

Sr. Erika Michaela von Petz CCR

geb. 26. Mai 1934, Profess 11. Oktober 1961, gest. 12. August 2015

in sein ewiges Reich zu rufen.

Nach einem erfüllten Leben durfte sie in Frieden entschlafen.

Wir beten zu Gott, dass sie im Himmel schauen darf, was sie auf Erden geglaubt hat.

 

Schwanberg, 12. August 2015
die Schwestern der Communität Casteller Ring

 

Wir bitten Sie, unserer Schwester Erika Michaela im Gebet zu gedenken

Eucharistiefeier am Samstag, 15.08.2015, 14.30 Uhr in der St. Michaelskirche auf dem Schwanberg.
Anschließend Beisetzung auf dem Friedhof der Communität.

Ende Mai drehte ein Team der Deutschen Welle eine Woche lang einen Film über die Communität Casteller Ring.

Der Film wurde bereits am 1.8. und 2.8. gesendet.
Weitere Sendungstermine sind: 05.08.15 von 16:30 - 17:00 Uhr und 07.08.15 von 13:03 - 13:30 Uhr.

Weiterhin kann die Sendung über Internet angesehen werden. Der Link lautet: http://www.dw.com/de/glaubenssachen-die-kirchensendung-2015-08-01/e-1857....

Licht von Licht

An Ostern, unserem zentralen christlichen Fest, brennt an vielen Orten in der Nacht oder am frühen Morgen, wenn es noch dunkel ist, ein Osterfeuer.

Alle Profess-Schwestern bilden den Schwesternrat, unser Beratungs- und Entscheidungsgremium. Hier wird die Priorin in ihr Leitungsamt auf Zeit gewählt. Weitere Schwestern werden in Leitungsaufgaben gewählt oder von der Priorin berufen. Gegenseitige Information und die Suche nach Konsens schaffen das nötige Klima des Vertrauens.

Aus dem Leitbild der Communität Casteller Ring

 

Die Schwestern der Communität

Als Töchter und Söhne Gottes sind wir alle beim Namen gerufen, in Gottes Augen sind wir kostbar und wertgeachtet.

So tragen unsere Porträts unsere Tauf- und Professnamen.

Sie finden uns auf dieser Seite in monastischer Ordnung abgebildet: nach weiser Klosterordnung bestimmt der Tag der Aufnahme ins Kloster ein Leben lang unseren Platz, den Ort der Zugehörigkeit in der Gemeinschaft.

Schwestern im Postulat, Noviziat und zeitlicher Bindung

Communität Casteller Ring

Communität Casteller Ring e.V.
Schwanberg 4
97348 Rödelsee

Priorin Sr. Ursula Teresa Buske CCR, Telefon: 09323 32-350, E-Mail: priorat@schwanberg.de
Cellerarin Sr. Marion Paula Täuber CCR, Telefon: 09323 32-344, E-Mail: celleratur@schwanberg.de

am

Freundestag, 16. September 2017
ab 9:30 - 16:00 Uhr

Thema: Die vier Solis der Reformation
SOLUS CHRISTUS - SOLA FIDE - SOLA GRATIA - SOLA SCRIPTURA

Ort: Jugendhof

Wir freuen uns auf Sie!

Anmeldungen bitte an: freundeskreis.ccr@schwanberg.de

Stundengebet

Viermal täglich beten wir in unserer Kirche das Stundengebet und alle die möchten sind herzlich eingeladen.

Die Psalmen sind der Hauptbestandteil der Stundengebete. In ihnen kommt das ganze Leben mit seinen Höhen und Tiefen zu Sprache, das Leben mit Freude, Angst, Klage, Wut, Vertrauen, Lob und Dank.

Download der englischen Version/ English Version

 

Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen. Und er wird bei ihnen wohnen und sie werden sein Volk sein.

Offenbarung 21

Als Noviziat bezeichnen wir die Zeit, in der sich junge Schwestern noch nicht auf Lebenszeit an die Gemeinschaft gebunden haben.

Stufen des Hineinwachsens

Der Prozess des Hineinwachsens in die Communität Casteller Ring umfasst mindestens fünf Jahre und vollzieht sich in den Stufen Postulat – Noviziat – Bindung auf Zeit – Profess (Bindung auf Lebenszeit).

www.schwanberg.de und www.kloster-schwanberg.de ist ein gemeinsames Angebot der Communität Casteller Ring e.V. und des Geistlichen Zentrum Schwanberg e.V.

Sie alle sind Freundinnen und Freunde unserer Communität Casteller Ring auf dem Schwanberg

Festtagskreuz

  • Sie beten mit uns
  • Sie feiern mit uns
  • Sie begleiten uns seit vielen Jahren oder vielleicht auch erst seit kurzer Zeit
  • Sie lieben den Schwanberg
  • Sie helfen uns immer wieder auf vielfältigste Weise

Das ist Freude und Ermutigung für unser Leben in der Communität, für unser „Frei sein für Gott und die Menschen“.

Manche Freundinnen und Freunde machen ihre Freundschaft und ihr Engagement für die Aufgaben der Communität Casteller Ring fest durch ihren Beitritt in unseren Freundeskreis!

Vielleicht möchten auch Sie dazugehören – wir würden uns darüber freuen.
Hier finden Sie ein Anmeldeformular mit näheren Informationen.

Was können wir Ihnen schenken?

Zum einen: unser fürbittendes Da-Sein und die Einladung an Sie, in unsere Stundengebete und Gottesdienste einzutauchen.

Zum anderen: unseren Dank, dass Sie uns helfen, dass der Schwanberg ein „heiliger Berg“ bleibt, auf dem Gottes Geheimnisse und die Freude an der Gemeinschaft mit ihm und untereinander gefeiert werden.

 

Freundeskreisteam der Communität Casteller Ring:
Sr. Ruth Meili, Sr. Marion Täuber, Sr. Dorothea Krauß, Sr. Ellen Reisig

„Ein Ort zum Wohlfühlen und Stöbern!“, hören wir immer wieder von unseren Gästen. Seien auch Sie herzlich willkommen im Klosterladen „Treffpunkt“. Hier ist Raum zum Schauen und Begegnen, Sich inspirieren lassen und Gespräch.

Wir bieten Ihnen eine Auswahl an geistlicher Literatur und besonderen Büchern, eigene und regionale Klosterprodukte, Meditationszubehör und Keramik aus der eigenen Töpferei. Bei uns können Sie u.a. die Schwanberg-Lichtschalen, Eucharistiegefäße und Vasen erstehen.

Wenn wir beten, sind wir nicht alleine, sondern gehören einer weltweiten Gemeinschaft an.

Auch wenn Sie gerade nicht als Gast auf dem Schwanberg sind, können Sie an unseren Stundengebeten teilnehmen! Beten Sie dort, wo Sie gerade sind, allein oder in der Familie mit uns.

An dieser Stelle gedenken wir unserer entschlafenen Schwestern:

 

Routenplaner mit Google Maps

PKW:

Wenn Sie mit dem Auto anreisen, verlassen Sie die Autobahn Nürnberg­-Würzburg (A3) bei der Ausfahrt Wiesentheid und gelan­gen über Rüdenhausen, Wiesenbronn zum Schwanberg.

Aufatmen, neue Kraft tanken, sich aussprechen können - nicht allein sein mit meinen Themen...

Die Schwestern der Communität Casteller Ring, der Schwan­bergpfarrer und die Schwanbergpfarrerin sowie einige der dazu qualifizierten ReferentInnen sind nach Absprache zu seelsorgerlichem Gespräch und Geistlicher Begleitung bereit.

Für fortführende Gesprächseinheiten erbitten wir als Richtpreis einen Betrag von EUR 20 pro Gespräch.

Wenn Sie Interesse haben, wenden sie sich vor oder während ihres Aufenthalts an die Rezeption.

Auf dem Schwanbergplateau besteht seit Mai 2007 ein evangelischer FriedWald. FriedWald ist eine Alternative zum traditionellen Friedhof, hier wird die Asche der Verstorbenen in einer biologisch abbaubaren Urne an den Wurzeln eines Baumes beigesetzt. Der Wald übernimmt die Grabpflege.

Es ist bezeichnend, dass Benedikt der Klosterpforte oder besser gesagt dem Pförtner des Klosters in seinem Regelbüchlein ein eigenes Kapitel widmet, denn jedes Amt ist gleichsam ein Exempel für das Leben aller Brüder und Schwestern. Daher geht es im Kapitel über den Pförtner des Klosters letztlich auch im die Frage nach dem Kloster und um die Pforte „in mir“, also um mein eigenes geistliches Leben und um meine persönliche Gottesbeziehung. Bin ich eine gute Pförtnerin, ein guter Pförtner im Sinne Benedikts?

In wenigen Worten skizziert Benedikt in seiner Regel das Bild des Pförtners als eines „weisen älteren Bruders, der Bescheid zu empfangen und zu geben weiß und den seine Reife daran hindert, sich herumzutreiben“. (RB 66,1ff) Sein Wesen soll von der Sanftmut eines Gottesfürchtigen und vom Eifer der Liebe geprägt sein. Seine Zelle soll er unmittelbar neben der Pforte haben, damit er, sobald jemand anklopft, den Ankommenden im Namen Gottes empfangen kann.

Die Klosterpforte bildet den Grenzbereich zwischen Kloster und Welt – Innen und Außen. Sie schützt den Bereich, in dem die Gottesbeziehung jedes Einzelnen Raum und Entfaltung finden soll. Der Pförtner hat die wichtige Aufgabe, zu entscheiden, wem und zu welchen Zeiten er Eingang in diesen innersten Bereich gewährt und wer oder was draußen bleiben muss. Im Kapitel über den Pförtner des Klosters betont Benedikt, dass nach Möglichkeit alles Notwendige, was die Brüder zum Leben und Arbeiten brauchen, innerhalb des Klosters vorhanden sein soll, damit niemand gezwungen ist, draußen in der Welt „herumzulaufen“.

Zu Zeiten Benedikts mögen es viele Bedürftige, Pilger oder Suchende gewesen sein, die an die Klosterpforte klopften, um Einlass oder Hilfe zu erbitten. Heute, im digitalen Zeitalter, gibt so vieles, was an multimedialen Informationen und Möglichkeiten täglich an meine innere Pforte klopft, um Einlass zu erhaltenden und mich dazu verleitet, mich „draußen herumzutreiben“ statt „im Kloster“, d.h. bei mir selbst und in der Ausrichtung auf Gott hin zu bleiben.

Da braucht es, ob im Kloster oder in anderen Lebensbezügen, einen weisen Pförtner oder eine weise Pförtnerin, die präsent ist und zu entscheiden vermag, was gerade dran ist, und reif genug ist, auch mal „nein“ zu sagen, um das Wesentliche nicht aus dem Blick zu verlieren.

Sr. Anke Sophia Schmidt CCR

"Stark wie der Tod ist die Liebe"

Auslegung zum Hohenlied 7,11-14 und 8,6-7 am 14. Juni 2014 in der St. Michaelskirche
Sr. Lilo Elisabeth Müller CCR

Hld 7,11-14 und 8,6-7 (Luther-Übersetzung)

Meinem Freund gehöre ich und nach mir steht sein Verlangen. Komm, mein Freund, lass uns aufs Feld hinausgehen und unter Zyperblumen die Nacht verbringen, dass wir früh aufbrechen zu den Weinbergen und sehen, ob der Weinstock sprosst und seine Blüten aufgehen, ob die Granatbäume blühen. Da will ich dir meine Liebe schenken. Die Liebesäpfel geben den Duft, und an unsrer Tür sind lauter edle Früchte, heurige und auch vorjährige: Mein Freund, für dich hab ich sie aufbewahrt.

Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel auf deinen Arm. Denn Liebe ist stark wie der Tod und Leidenschaft unwiderstehlich wie das Totenreich. Ihre Glut ist feurig und eine Flamme des HERRN, sodass auch viele Wasser die Liebe nicht auslöschen und Ströme sie nicht ertränken können. Wenn einer alles Gut in seinem Hause um die Liebe geben wollte, so könnte das alles nicht genügen.

 

Voll orientalischer Fülle, Farben und Bilder sind diese Texte des Hohelieds. Symbole und Gleichnisse für die Liebe zwischen Mann und Frau. Und gleichzeitig wurden sie bereits für das alte Israel ein Sinnbild der Liebe Gottes, Jahwes, zu seinem auserwählten Volk. „Ich will mich dir verloben in Ewigkeit...“ lesen wir im Propheten Hosea. Ich muß da an unsere Gründerin, Mater

Christel Felizitas Schmid, denken. Sie hatte in Neuendettelsau in ihren jungen Jahren Kontakt mit einer älteren Diakonisse. Die bewahrte ihren Schleier (der damals zu Sakramentsfeiern getragen wurde), im Alltag in einer Tasche auf, auf der dieses Hoseawort eingestickt war: „Ich will mich dir verloben in Ewigkeit“. Wie Israel hat eben auch die Kirche das Hohelied so gesehen: Gottes abgrundtiefe Liebe zu den Seinen. Und wie das Judentum, so hat auch das Christentum das Hohelied in seine Liturgie aufgenommen. In der katholischen Kirche werden Texte daraus zwischen Weihnachten und Epiphanias gelesen („Siehe, der Bräutigam kommt“) . Auch das benediktinische Stundengebet greift dieses Thema auf, an den Gedenktagen heiliger Frauen, insbesondere am Fest der Hl. Scholastika und der Maria Magdalena. In der evangelischen Kirche nehmen zahlreiche Gesangbuchlieder, auch besonders in der Epiphaniszei,t dieses Liebesthema zwischen Gott und dem einzelnen Menschen auf. Für den Gottesdienst ist es nur am 20. Sonntag nach Trinitatis als möglicher Predigttext vorgesehen.

Aber dieser Text hat es in sich - diese Verse werden von einem Ausleger als der Gipfel des Hohelieds bezeichnet, wir haben sie gehört, insbesondere die Verse in Kapitel 8: „Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz. Wie ein Siegel auf deinen Arm. Denn Liebe ist stark wie der Tod und Leidenschaft unwiderstehlich wie das Totenreich. Ihre Glut ist feurig und eine Flamme des Herrn, so dass auch viele Wasser die Liebe nicht auslöschen und Ströme sie nicht ertränken können.“

Ja, hier kommt das Hohelied zu seinem Höhepunkt und es gibt hinreißend Antwort. Die Antwort der Geliebten an den Liebenden, die Antwort von Juden- und Christentum auf die unverbrüchliche, treue, verzehrende Liebe Gottes zu seinem auserwählten Volk, zu seiner Kirche, zu jedem seiner Geschöpfe.

Ich schließe mit Sätzen des schon erwähnten Auslegers Herbert Gutschera: „Stark wie der Tod ist die Liebe – oder gar stärker? Liebe kann man nicht oder nur unzureichend beschreiben, sie ist eine Urerfahrung, eine Urgewalt. Die verzehrende, leidenschaftliche Macht der Liebe kehrt im Bild des Feuers wieder. Die gewaltigen Flammen sind Jahwes Flammen. Bei Martin Luther: 'Eine Flamme des Herrn'.

Vielleicht darf man deswegen noch ein Wort mehr sagen: Das letzte Wort hat nicht der Tod, sondern die Liebe. Liebe ist hier so umfassend, dass sie alles umfasst, auch und erst recht Gottes Liebe. Ich denke, das ist der Grund, warum Paulus diesen Weg der Liebe als unvergleichlich bezeichnet. Wenn alles vergeht, werden diese beiden Sätze bestehen: Am größten ist die Liebe – und die Liebe hört niemals auf.“ Soweit der Ausleger.

Und aus dem Evangelischen Gesangbuch (EG 401):
„Liebe, die du mich zum Bild deiner Gottheit hast gemacht. Liebe, die du mich so milde nach dem Fall hast wiederbracht. Liebe, dir ergeb ich mich, dein zu bleiben ewiglich.“

Das Hereinwachsen in unsere klösterliche Gemeinschaft geschieht in den Stufen Postulat – Noviziat – zeitliche Bindung – Profess.

Frauen, die sich für unsere Gemeinschaft interessieren, laden wir ein, eine längere Zeit im Südflügel mit zu leben, um ihrer Suche Raum zu geben und ihre Motivation zu prüfen.

Als Ordenskirche beheimatet die St. Michaelskirche die Schwestern der Communität Casteller Ring, die sich viermal am Tag in ihr zum Stundengebet und dreimal in der Woche zur Feier der Eucharistie versammeln.

Wir freuen uns, wenn sich Frauen für eine kürzere oder längere Zeit auf unseren Lebensrhythmus einlassen und ein Stück ihres eigenen Weges mit uns gehen.

Wir bieten ein Mitleben im Südflügel des Schlosses an: Leben in einer Gemeinschaft von bis zu 9 Frauen, Mitarbeit in Spülküche, Küche und Außenbereichen.
Sie können in dieser Zeit an allen unseren Gebteszeiten und Gottesdiensten Teil nehmen und sich so auf den Rhythmus unseres Lebens einlassen.

Damit Gott in allem verherrlicht werde...

Regula Benedicti Kapitel 57, Vers 9

Benedikt wurde um 480 n. Chr. als Sohn einer freien und wohlhabenden Familie geboren und als junger Mann zum Studium nach Rom geschickt. Er brach sein Studium jedoch ab und lebte drei Jahre lang als Einsiedler in einer Höhle bei Subiaco. Diese Zeit der Einsamkeit ließ ihn als Mensch innerlich reifen.

Doch Benedikt blieb nicht für immer in der Abge­schie­denheit, sondern sah seine Verantwortung darin, Menschen Halt und Orientierung zu geben. Mit seiner Ordensregel verfasste er eine Wegweisung, an der sich benediktinische Klosterge­mein­schaften weltweit bis heute orientieren. Der Grund hierfür liegt wohl an der mensch­lich­en und geistlichen Größe Bene­dikts, der in allen Bereichen des Lebens stets um das rechte Maß bemüht war und für seine Mönche einen ausge­wo­­genen Lebensstil an­strebte, der die einzelnen weder unter- noch über­for­derte. Am bekanntesten ist die Zu­sam­men­fassung seiner Mönchsregel in den Worten „ora et labora - bete und arbeite“, was den Kern seiner Weisung trifft. Es ist Benedikt wichtig, dass die Mönche zu gewissen Zeiten frei sind für die Gottesdienst und geistliche Lesung, um daraus Nahrung für den inneren Menschen zu finden. Doch er betont ebenso den Wert körper­licher Arbeit, denn, „sie sind nur dann wirklich Mönche, wenn sie von ihrer Hände Arbeit leben.“ Arbeit und Gebet sollen nach Benedikt eine Einheit bilden, damit „Gott in allem verherrlicht werde". Alles, was ich tue, vollzieht sich, wenn es in der rechten Haltung übe, in Gottes Gegenwart und kann somit zum Gottesdienst werden, ob ich gerade Geschirr abtrockne oder ein Fahrrad repariere, ob ich im Gespräch mit einem Menschen bin oder gerade einen Bibeltext lese. Mein Leben, mein Alltag, jeder Augenblick, wie er gerade ist, so lehrt uns Benedikt, kann zum Gottesdienst, zum Ort der Gegenwart Gottes werden!

Sr. Anke Sophia Schmidt CCR

JahresprogrammMit unserem Jahresprogramm und den vielfältigen Kursangeboten möchten wir Sie einladen, zu uns auf unseren „Heiligen Berg“ zu kommen. Die St. Michaelskirche in der Mitte des Schwanbergs steht für uns als Sinnbild für das Himmlische Jerusalem.

Höre, mein Sohn, auf die Weisung des Meisters, neige das Ohr deines Herzens, nimm den Zuspruch des gütigen Vaters willig an und erfülle ihn durch die Tat! 

Regula Benedicti Prolog 1

Es ist durchaus programmatisch zu verstehen, dass Benedikt seine Regel mit dem Wort „höre“ beginnt.

Denn das Hören ist das eigentlich Wesentliche, worum es im geistlichen Leben im Sinne Benedikts geht. „Höre mein Sohn auf die Weisung des Meisters, neige das Ohr deines Herzens, nimm den Zuspruch des gütigen Vaters willig an und erfülle ihn durch die Tat!“ Dieser erste Satz aus dem Prolog der Regel macht deutlich, was es in der „Schule für den Dienst des Herrn“, wie Benedikt das Kloster bezeichnet, vor allem zu lernen gilt. Es geht um das HÖREN, um das HÖREN auf den Meister, also auf Christus, und letztlich in allem um den GEHORSAM gegenüber Gott. Das lateinische Verb „ausculto“, das Benedikt hier verwendet, meint nämlich nicht allein ein akustisches Hören, sondern vielmehr ein aufmerksames Lauschen und eben letztlich ein Gehorchen. Daher gebraucht Benedikt hier auch das Bild vom hörenden Herzen. Das Herz steht im biblischen Sinne nicht für den Sitz der Gefühle, sondern für den ganzen Menschen in seinem Denken, Wollen und Verstehen. Mit dem hörenden Herzen meint Benedikt daher die Haltung eines Menschen, dessen ganzes Leben auf Gott hin ausgerichtet ist und der wachsam ist für Gottes Ruf in seinem Leben. In diesem Sinne ist benediktinisches Leben vor allem eine Hörschule, in der es darum geht, in allen Lebensbezügen präsent und offen zu sein, um  Gottes Stimme zu vernehmen. Denn wo und wie Gott in meinem Leben zu mir spricht, kann ich nicht erahnen. Und noch eines ist wichtig: Hören im Sinne Benedikts ist kein Selbstzweck, sondern setzt im Menschen einen inneren Prozess in Gang, der in ihm arbeitet, ihn innerlich verwandelt und  zum bewussten Handeln führt.

Höre - nimm an – erfülle: Dieser Dreischritt ist die tägliche Übung, in die wir in unserm Leben gestellt sind. Sie fordert uns immer wieder neu heraus, Gott in allen Dingen zu suchen und überall mit ihm zu rechnen.

Sr. Anke Sophia Schmidt CCR

Alle Fremden, die kommen, sollen aufgenommen werden wie Christus; denn er wird sagen: „Ich war fremd, und ihr habt mich aufgenommen.“
Allen erweise man die angemessene Ehre, besonders den Brüdern im Glauben und den Pilgern.

Regula Benedicti 53,1-2

Orte und Räume der Gastfreundschaft anzubieten, das war die Antwort der Mönche auf die Wirren der Völkerwanderung in der ausgehenden Spätantike.

Der Schwanberg in Google Maps bzw. Open Street Map.

Lageplan Schwanberg

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